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Kalorischer Schwindel Alternobarer Schwindel Innenohr-Barotrauma
Innenohr-Dekompressionskrankheit Idiopathischer Schwindel 


Kalorischer Schwindel

Durch verschiedene Störungsmöglichkeiten des Gleichgewichtsorgans kann es zu einem Drehschwindel, lat.: Vertigo, und in der Folge zu Überkeit oder sogar Erbrechen kommen. Die häufigsten Schwindelursachen beim Tauchen sind hier kurz dargestellt.

Kalorischer Schwindel Eine mögliche Ursache des sogenannten "kalorischen", d.h. durch Temperaturunterschiede bedingten, Schwindels ist in der Grafik 22 dargestellt.

Kommt es bei einem Mittelohr-Barotrauma zum Einriss des Trommelfells und damit zum Eintritt von kaltem Wasser in das Mittelohr, so führt das kalte Wasser zu einer vorübergehenden Abkühlung im Bereich des Mittelohres.

Da der seitliche Bogengang des Gleichgewichtsorgans nur durch einen dünnen Knochen vom Mittelohr getrennt ist, kommt es hier auch zu einer Abkühlung der Innenohrflüssigkeit im Bogengang.

Die abgekühlte, physikalisch schwerere Innenohrflüssigkeit sinkt ab und führt so zu einer Flüssigkeitsbewegung im seitlichen Bogengang, die von Nervensystem als Drehbewegung des Körpers interpretiert wird.

Nach Erwärmung des eingedrungenen Wassers verschwindet der Drehschwindel jedoch wieder innerhalb weniger Minuten.

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Alternobarer Schwindel

Ein durch Druckunterschiede bedingter Schwindel, lat.: alternobare Vertigo, kann sowohl in der Kompressionsphase als auch in der Dekompressionsphase eines Tauchgangs auftreten.

Hat ein Taucher während des Abtauchens auf einem Ohr Druckausgleichsprobleme mit Verlagerung von Steigbügelfußplatte und Rundfenstermembran (s.o.), kann es durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse in beiden Gleichgewichtsorganen wie beim oben beschriebenen einseitigen Kaltwasserreiz zu Drehschwindel und evtl. weiteren Begleitsymptomen kommen.

Auch in der Auftauchphase ist bei einem einseitigen inversen Barotrauma des Mittelohres durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse in beiden Innenohren eine entsprechende Symptomatik möglich.

Wird bei einem Mittelohr-Barotrauma versucht, den Druckausgleich im betroffenen Ohr mit einem kräftigen Valsalva-Manöver zu erzwingen, so kann dies zu einer Erhöhung des Drucks im gesamten Kopfbereich und damit zu einer Verstärkung der Druckunterschiede im betroffenen Ohr führen. Möglicherweise tritt ein Drehschwindel erst dann auf, wenn ein kräftiges Valsalva-Manöver durchgeführt wird.

 

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Innenohr-Barotrauma

Im Rahmen eines Innenohr-Barotraumas mit Verlust von Innenohrflüssigkeit ins Mittelohr kann es neben der oben bereits beschriebenen Schwerhörigkeit auch zu Drehschwindel kommen.

Die Funktion der Sinneszellen von Hörorgan und Gleichgewichtsorgan sind in gleicher Weise abhängig von einer ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff durch die Innenohrflüssigkeit.

 

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Innenohr-Dekompressionskrankheit

Im Vorgriff auf das Kapitel Unfälle/Notfälle soll hier nur kurz angesprochen werden, dass eine Dekompressionskrankheit (= DCS) mit Symptomen ausschließlich im Bereich der Innenohren beim Sporttauchen mit Pressluft eine Rarität darstellt.

Häufiger tritt die isolierte Innenohr-Dekompressionskrankheit allerdings bei Sättigungstauchgängen mit Helium-Gasgemischen auf. Bereits während der Dekompressionsphase können hier Gasblasen in der Innenohrflüssigkeit entstehen.

Hierdurch kommt es zu Funktionsstörungen der Haarzellen in der Schnecke und der sensiblen Nervenzellen im Gleichgewichtsorgan mit Drehschwindel, Übelkeit etc.

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Idiopathischer Schwindel

Als "idiopathisch" bezeichnet man die Fälle von Drehschwindel, bei denen keiner der oben genannten Ursachen für eine Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans gefunden wurde.

In der Tat gibt es Funktionsstörungen des Gleichgewichtsorgans, die unter normalen Umgebungsbedingungen überhaupt nicht auffällig werden, da die Fehlfunktion durch die ergänzenden Orientierungsmöglichkeiten des Sehorgans und der Haltemuskulatur kompensiert werden.

Idiopathischer Schwindel Fallen diese Informationen unter Wasser bei schlechter Sicht und Gewichtslosigkeit weg, muss sich der Mensch weitgehend auf seine Gleichgewichtsorgane verlassen. Vorbestehende, einseitige Funktionsstörungen können in dieser Situation zum Auftreten eines Drehschwindels führen.

Besonders empfindlich reagieren die seitlichen Bogengänge wenn Sie senkrecht stehen, besonders unempfindlich sind sie dagegen bei horizontaler Lage.

Dieser Umstand kann zu der Situation führen, dass ein Taucher, der beim waagerechten Tauchen über einen ebenen Grund einen Drehschwindel bemerkt und den Tauchgang deshalb abbricht, schon kurz darauf
während des Auftauchens (bei horizontaler Lage des seitlichen Bogengangs) jedoch gar keinen Drehschwindel mehr verspürt.

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